Dienstag, 13. Juli 2010

Ohne Robe - aber gerne!

Beim ersten Mal ohne Berufstracht hatte ich den Termin zwar notiert, aber am Freitag nicht auf den Montagstermin um 08:30 Uhr geachtet. So erreichte mich der Vorsitzende des Amtsgerichts Hannover auf dem Fahrrad, welches mit den Worten "ich bin unterwegs" um 180 Grad gewendet und 12 Minuten später vor dem Altbau geparkt wurde. Die Verhandlung war ohne Robe, dafür aber mit Schweissperlen auf der Stirn. Meine widerspenstige Art kommentierte der Vorsitzende mit den Worten "Wie sehen Sie denn überhaupt aus, auf dem Weg zum Sport? Wo ist denn Ihre Robe?". Ich wies den Vorsitzenden darauf hin, dass gemäß § 20 Berufsordnung eine Berufspflicht zum Erscheinen in Robe beim Amtsgericht in Zivilsachen nicht bestehe. Die Vorschrift kannte er nicht und fragte mich, warum denn die Kollegen alle in Robe erscheinen würden. Eine Antwort wollte er aber nicht hören, fuhr umgehend dem grinsenden Kollegen übers noch lächelnde Maul, meinte, dass dessen Klage auch nach Hinweis noch unsubstantiiert sei und fällte ein Stuhlurteil zu meinen Gunsten. Alles ohne Robe.

Kommentare:

  1. "Die Verhandlung war ohne Robe".........
    und ohne Akten ? ;-)

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  2. Na klar. Meine Sachen habe ich im Kopf.

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  3. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Anordnungen. In NRW beispielsweise wurde am 05.02.1963 u.a. angeordnet, dass der die Amtshandlung leitende Richter bestimmt, ob die Robe tragen ist. Eingeschlossen sind hier auch die Rechtsanwälte: http://www.justiz-roben.de/vorschriften.html

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  4. Alice im Wunderland26. Juli 2010 um 14:04

    Wenn alle einen Barsch auf dem Kopf tragen würden, würde der Vorsitzende das auch tun?

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