Montag, 28. September 2015

Facebook wird zum Schleudersitz

Unbedachte Äußerungen auf Facebook können in unruhigen Zeiten schon auf Grund des Verdachts der Rechtswidrigkeit von Postings zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses führen. Welchen Wortlaut die beanstandeten Äußerungen hatten und ob diese tatsächlich rechtswidrig waren, ist mir leider nicht bekannt.

Der Bürgermeister von Arnstadt schreibt am 15.09.2015:

"Sehr geehrte Frau xy,

auf Grund des Verdachts fremdenfeindlicher, volksverhetzender, verfassungswidriger Aussagen auf Ihrer Facebook-Seite beurlaube ich Sie mit sofortiger Wirkung von Ihren Verpflichtungen zur Ableistung eines Freiwilligendienstes im Baubetriebshof der Stadt Arnstadt. Die Beantragung einer außerordentlichen fristlosen Kündigung beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben sowie strafrechtliche Schritte behalte ich mir vor."

Schon am 21.09.2015 schreibt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

"Sehr geehrte Frau xy, 

hiermit kündigt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben die am 01.04.2014 geschlossene Vereinbarung über die Ableistung des Bundesfreiwilligendienstes außerordentlich und mit sofortiger Wirkung (das heißt mit Zugang dieses Schreibens). Ihre Einsatzstelle hat die Kündigung verlangt."

So schnell kann´s gehen. Facebook ist ein gefährliches Pflaster.

Kommentare:

  1. Da muss ich sofort an den Facebook-Fürsten ASL denken, der so naiv ist, zu glauben, dass Facebook seine Macht "vergrößert" und er ungehindert seine Lakaien für unterirdisch DUMME UND PRIMITIVE Äußerungen AUF FACEBOOK mit "GEFÄLLT MIR"-Daumen BELOBIGEN UND MOTIVIEREN kann.

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  2. Ich habe vor einiger Zeit die Urmutter aller Rettungskrisen im Fernsehen gesehen. Sie verlangte, wir sollten alle in Zukunft auf Datenschutz verzichten. Da sie selbst seit Jahrzehnten abgehört wird, ist das irgendwie verständlich. Dann erschien sie wieder auf dem Schirm und wünschte eine verschärfte Zensur von Facebook-Inhalten. Bekanntlich wimmelt es auf Facebook von Kommentaren und Postings, die, gelinde formuliert, intolerant sind. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Facebook de facto ein Hilfsorgan von Sicherheitsbehörden ist. Sozusagen das perfekte Forum des Verfassungsschutzes. Ach ja, nebenbei: eigentlich sind ja Verdachtskündigungen gar nicht zulässig.

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  3. Wir leben eben in einem Lând wo Meinungsfreiheit
    k l e i n geschrieben wird !^^

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